Die Samurai reiten durch Mitte
Nur einen kurzen Spaziergang von den Hackeschen Höfen entfernt, in der Auguststraße, erweckt ein Museum die Ritter des alten Japans zum Leben. Eine interaktive und multimediale Ausstellung mit einzigartigen historischen Exponaten beleuchtet mehr als 1.000 Jahre japanische Kultur und Geschichte lebendig.
Die Faszination der Samurai
Die Samurai waren eine elitäre Kriegerklasse in Japan. Ihre Kampfkunst, ihr strenger Ehrenkodex und ihre Ästhetik prägten über Jahrhunderte die Gesellschaft. Zunächst kämpften sie im Dienste des Kaisers und des Adels. Später, unter der Herrschaft der Shogune, stiegen sie zur regierenden Schicht auf – und waren auch als Beamte, Lehrer, Dichter oder bildende Künstler aktiv.
Ihr Leben war vom Ehrenkodex Bushidō geprägt – dem „Weg des Kriegers“. Dieser war wiederum stark vom Zen-Buddhismus beeinflusst. Er forderte ein tugendhaftes Leben und betonte Werte wie Tapferkeit, Loyalität, Selbstdisziplin und Höflichkeit.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Samurai-Klasse offiziell abgeschafft. Doch auch danach nahmen ehemalige Samurai weiterhin eine wichtige Rolle beim Aufbau des modernen Japans ein.
Die Verbindung von kriegerischer Stärke und spiritueller Tiefe fasziniert bis heute Menschen auf der ganzen Welt. Ob in Mangas, Animes, Videospielen oder Hollywood-Blockbustern – die Samurai sind allgegenwärtig – und zu einem Symbol japanischer Kultur geworden.
Krieger mit Kultur
Seit 2022 reiten Samurai hoch zu Ross durch Berlin Mitte. In einem privaten Museum kann man eine Zeitreise in die faszinierende Welt der japanischen Ritter unternehmen. Auf 1.500 Quadratmetern vermitteln über 1.000 Exponate Einblicke in das Leben, die Kunst und die Traditionen des feudalen Japans . Furchterregende und gleichzeitig kunstvoll dekorierte Rüstungen, Helme und Schwerter werden effektvoll in Szene gesetzt. Darüber hinaus beleuchten Masken, Skulpturen, Holzschnitte und Teeutensilien die bis heute anhaltenden Einflüsse der Samurai auf die Kultur Japans.
Zwei Glanzlichter des Museums sind ein Nō-Theater und ein traditionelles Teehaus. Beide wurden mit traditionellen Materialien und Techniken in Japan gefertigt und mitten im Museum aufgebaut. Anhand von Projektionen erleben Besucher hier Nō-Theaterstücke, Taiko-Trommelvorführungen oder die Abläufe der Teezeremonie.
Vom Flohmarktfund zum Museum
Die Geschichte des Museums beginnt mit der Leidenschaft von Peter Janssen. Der Berliner Bauunternehmer entdeckte seine Begeisterung für japanische Kultur und Kampfkünste vor über 40 Jahren – ausgelöst durch den Fund eines Katanas auf einem Berliner Flohmarkt. Heute umfasst seine Sammlung mehr als 4.000 Objekte aus dem Zeitraum zwischen dem 6. und 19. Jahrhundert.
2017 eröffnete er sein erstes Museum in Berlin-Dahlem. Doch die stetig wachsende Sammlung verlangte bald mehr Platz – und einen zentraleren Ort. Mit dem ehemaligen me Collectors Room in der Auguststraße fand Jansen den idealen Standort, um die Welt der Samurai für ein breites Publikum zeitgemäß zu präsentieren.
Die Inszenierung des Museums verbindet Architektur, Licht, Klang und Interaktion. Es will nicht nur die Geschichte der Samurai erzählen, sondern auch Brücken zur Gegenwart schlagen.
Für Besucher*innen der Hackeschen Höfe ist das Samurai Museum Berlin ein außergewöhnlicher Abstecher: nur zehn Gehminuten entfernt und doch wie eine Reise in eine andere Welt. Ein Ort der Begegnung mit einer fremden Kultur und ein Museum, das nicht nur Kinder zum Staunen bringt.
👉 Weitere Informationen und Tickets: samuraimuseum.de