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5 Kinder in 8 Höfen – eine ganz normale außergewöhnliche Familie

5 Kinder in 8 Höfen – eine ganz normale außergewöhnliche Familie
Juni 2026

Dana und Tobias Sturm leben seit 21 Jahren in den Hackeschen Höfen und haben hier fünf Kinder großgezogen. Dana Sturm ist Korepetitorin an der Barenboim-Said-Akademie, Tobias erster Geiger im Orchester der Berliner Staatsoper. Bei einem Besuch erzählen sie von den Höfen als Zuhause und Spielplatz und welche Rolle sie bei der Musikerziehung der Kinder spielten.

Die Hackeschen Höfe sind ein prominenter Ort in Berlin. Eine Sehenswürdigkeit, ein Ort zum Ausgehen und Bummeln, ein Standort für Architekturbüros, Kultur- und Medienunternehmen. Gleichzeitig wohnen hier auch ganz normale Menschen. Doch ein außergewöhnlicher Ort zieht auch außergewöhnliche Persönlichkeiten an. So haben ein bekannter Maler und ein einstmals gefeierter Theaterregisseur in den Höfen ihren Wohnsitz.

Ein Leben mit Musik

Die Sturms sind beides – einerseits eine ganz normale Familie, die andererseits durch besonderes musikalisches Talent herausragt. Beide Eltern spielen wichtige Rollen im musikalischen Leben der Stadt. Dana Sturm begleitet als Korrepetitorin Studierende an der Barenboim-Said Akademie. Diese von Daniel Barenboim initiierte Schule fördert musikalische Talente aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Daneben tritt Dana Sturm als Konzertpianistin unter anderem an der Berliner Staatsoper auf. Am selben Haus spielt Tobias Sturm als festes Mitglied des Orchesters eine der prominenten ersten Geigen. Mitunter hat er dort auch Gelegenheit, mit Soli zu glänzen.

Wunschwohnung innerhalb eines Tages

In die Hackeschen Höfe zogen die Sturms im Jahr 2005 mit damals schon drei Kindern. Sie hatten zuvor schon in Berlin Mitte gewohnt und brauchten für die wachsende Familie mehr Platz. Nach einer kurzfristigen Absage für eine andere Wohnung riefen sie kurzerhand dort an, wo sie gerne wohnen wollten – bei der Hausverwaltung der Hackeschen Höfe. Zufällig war gerade eine passende Wohnung frei. Eine glückliche Fügung – und schon am nächsten Tag wurde der Mietvertrag unterschrieben. Das waren noch Zeiten…

Im Laufe der Jahre gelang es den Sturms, noch zwei befreundete Familien in die Höfe zu holen. Eine wohnt gleich gegenüber, so dass man sich über den Hof von Balkon zu Balkon grüßen kann. 

Balkon mit Blick auf Hof 5
Balkon mit Blick auf Hof 5

Kinderparadies Höfe

Zu den drei Kindern gesellten sich später zwei weitere. In ihren viereinhalb Zimmern hat der Nachwuchs ausreichend Platz, dazu werden Hochbetten eingebaut. Außerdem gibt es den Balkon, und direkt vor der Tür der Sturms liegt der schöne grüne Hof 5 mit dem großen Sandkasten rund um die alte Kastanie. Darüber hinaus sind die gesamten Hackeschen Höfe ein wunderbares Spielareal für Kinder – grün, autofrei und sicher.

Auch auf andere Weise waren die Höfe für die Entwicklung der Kinder förderlich. Alle fünf Kinder machen Musik. Das Proben in der Wohnung wurde nie zum Problem – selbst als der Jüngste mit dem Horn ein lautstarkes Blasinstrument wählte.

Foto links: Sackhüfen in Hof 5, rechts: Ernte auf dem Balkon
Foto links: Sackhüfen in Hof 5, rechts: Ernte auf dem Balkon
Fotos links: Spritztour mit Höfe-Hausmeister Thomas Taubert
Fotos links: Spritztour mit Höfe-Hausmeister Thomas Taubert
Die Äpfel fallen nicht weit vom Stamm

Musikalisch wurden alle Kinder der Sturms. Ein Teil von ihnen strebt auch eine musikalische Laufbahn an. Der Älteste musiziert am Ende seines Cellostudiums bereits an einer „Akademiestelle”. Diese bietet hochbegabten jungen Künstlern die Chance, ein bis zwei Jahre lang praktische Erfahrungen in einem Spitzenorchester zu sammeln. Die einzige Tochter studierte Bratsche an der UdK, will inzwischen aber Lehrerin werden. Ein weiterer Sohn beginnt ein Klarinettenstudium in Stuttgart. Der 14-jährige Jüngste, das fünfte Kind der Sturms, ist der erwähnte Hornist. Ein Sohn scherte aus und entschied sich gegen die Bratsche und für – Jura. 

Woher kommt die Musikalität?

So viel musikalische Begabung in einer Familie fällt nicht vom Himmel. Schon Danas Eltern waren Berufsmusiker; in Tobias Sturms Elternhaus wurde Hausmusik gepflegt. Doch wie überträgt sich die Musikalität? Ist es der Umstand, dass die Kinder in der Familie von frühester Kindheit an von Musik und Musikmachen umgeben sind? Dana Sturm glaubt, dass auch die Gene eine entscheidende Rolle spielen: Erst nachdem ein Sohn die Klarinette zu seinem Instrument gewählt hatte, stellte sich heraus, dass Vorfahren über Generationen hinweg Klarinettenbauer im Vogtland waren.

Besuch in den Höfen

Auch jetzt, wo fast alle Kinder aus dem Haus sind, möchten Dana und Tobias Sturm in ihrer Wohnung in den Hackeschen Höfen bleiben. Den Platz können sie weiterhin gut gebrauchen. Denn die Kinder, die Berlin verlassen haben, kommen jetzt mit eigenen Kindern zu Besuch.

Die vielen Besucher in den Höfen stören die Sturms überhaupt nicht. Die Menschen bummeln entspannt und verhalten sich zivilisiert. Und abends sind die Höfe-Bewohner unter sich.